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Transparenz und Verschwörung

Die gefühlte Realität vieler Menschen: "die da oben machen doch eh was sie wollen", um nur eine der häufig gebrauchten Phrase aus diesem Kontext zu zitieren, hat Ursachen die es anzuerkennen und dann zu bekämpfen gilt.

Zum Einen ist die Politik ein Geschäft, welches grundlegend auf Wissenshierarchien aufgebaut ist. Dies wurde über die Zeit der Entwicklung der deutschen politischen Systeme vielseitig gepflegt, da der Erhalt der eigenen gewählten oder nicht gewählten Position ein naheliegender, menschlicher Trieb ist.

Zum Anderen entstand unser politisches System und unser Verwaltungssystem nicht durchgeplant und über Nacht. Viele der Strukturen entwickelten sich aufbauend aufeinander oder angelehnt aneinander. Es ist hinreichend bekannt, das lange wachsende Systeme dazu neigen, immer Komplexer zu werden, solange diesem Teil der Entwicklung nichts aktiv entgegen gesetzt wird.

Auch zu beachten ist die Tatsache, dass es die meiste Zeit in den Demokratien auf deutschem Boden technisch fast undenkbar war, große Mengen an Informationen leicht zugänglich zu halten. Vor der beginnenden Digitalisierung waren allein die logistischen Aufwände die notwendig gewesen wären für solche Vorhaben unglaublich Kosten und Arbeitsintensiv.

Heute nun sind wir an einem Punkt angekommen, an dem Menschen jederzeit vernetzt sind und Zugriff auf Wissen, Halbwissen und Unwahrheiten haben. Dabei ist die Auffindbarkeit von Faktenwissen häufig schlechter als die der Unwahrheiten. Agiert eine Stadt also intransparent, macht die Fakten schwer bis gar nicht auffindbar, so setzen sich die Annahmen die ohne diese Fakten auskommen durch. Das eingangs genannte Gefühl der Willkür, da Hintergründe und Zusammenhänge nicht erkennbar sind, findet einen großen Nährboden.

Je mehr jedoch die Unwahrheit und das Gefühl dominant wird, um so bedrohter ist die Demokratie. Es ist daher mehr als geboten, so viel Vertrauen in das demokratische System wie möglich herzustellen in dem man die Funktionsweise, Einscheidungsgründe und -wege offen legt. In dem man auch die Entscheidungen selbst auffindbar macht.

Nicht zu Letzt machen sich diese Probleme antidemokratische Kräfte zu nutze und weisen dabei ungewollt auf die Gefahren von Wissenshierarchien hin.