Liebe FDP

Liebe FDP und andere fanatische Jünger des Kapitalismus, mir reicht es. Ich kann es echt nicht mehr mit ansehen oder euch zuhören.

Die ewige Leier, der Staat müsse sich überall raus halten, keine Regeln geben am besten sogar deregulieren und am besten noch die Rechte von Unternehmen höher bewerten als die der Menschen im Land.

Aber dann: Unternehmen in der Krise! Ob nun selbst verursachte Bankenkrise oder jetzt die Pandemie, da soll der Staat schnell reagieren und mit der großen Gießkanne vorbei kommen. Dennoch die Forderung: "stille Beteiligung".

Kurz: Geld her und Klappe halten! Alles andere wäre eine Einschränkung der Freiheit!

Habt ihr euch jemals gestört daran, dass Menschen die in Not sind, alles transparent machen müssen, ihr Geld - welches auch noch aus vorherigen wirtschaftlich besseren Zeiten stammt - erst einmal aufbrauchen und Immobilen verkaufen müssen?

Habt ihr euch irgendwann daran gestört, dass Kinder von Empfängern solcher Gelder sogar ihr selbst erarbeitetes Geld abgeben müssen, weil es als Einkommen der Eltern mit angerechnet wird?

Habt ihr zu irgendeiner Zeit gefordert, der Staat solle sich da raushalten und nur zahlen?

Nein? Ach wirklich!?

Nein, denn offenkundig unterscheidet man Menschen nach Klasse. Die verkappten Aristokraten, die Geld stapeln und man in Ruhe lassen sollte und das unterprivilegierte gemeine Volk, das mit Zuckerbrot und Peitsche geführt werden muss.

Wo bitte ist da der freiheitlich Demokratische Aufschrei?

Ach und, wo wir gerade bei Menschenfeindlichkeit waren ...

Die immer wieder auftauchende Nähe zu Faschisten und (Neo-)Nationalsozialisten ist ja abartig genug, aber so zu tun als wäre nichts dran ist noch viel schlimmer. Sicher die Zeiten in denen die FDP Plakate druckt, um Ex-NSDAPlern ein friedliches Leben zu sichern ist vorbei, doch es sind die kleinen Klüngeleien die immer wieder ans Tageslicht kommen...

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlussstrichdebatte#/media/Datei:Schlu%C3%9Fstrichdrunter-_FDP_election_campaign_poster,_Germany_1949.jpg

Ob nun in Chemnitz man nicht für die Aufnahme von Flüchtlingen stimmt, vermutlich um die Anschlussfähigkeit nach rechts zu erhalten, oder man sich "versehentlich" von Faschisten wählen lässt nur um sich im Nachgang in den Ausreden zu verstricken, oder ob man "versehentlich" mit diesen auf eine Demo geht ...

Die Nähe ist sichtbar.

Alles zusammen zeichnet es ein Menschenbild, was verkappt menschenfeindlicher nicht sein kann. Man versteckt die Forderung nach Menschenrechtseinschränkungen in Wirtschaftspolitischen Forderungen. Arme Menschen schlecht behandeln, der neuen Aristokratie dafür den Löffel vergolden.

Reisebeschränkungen oder Bildungseinschränkungen? Klar, geht. In dem man es einfach von der Geldmenge die eine Familie besitzt abhängig macht und Ungleichheiten schafft.

Trennung von arm und Reich und Erhalt der Trennung? Kein Ding, die Steuerkurve macht es möglich und Förderprogramme sollten möglichst nicht allen dienen.

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Klar kann ich einen Klub eröffnen und sagen "Alle sind hier gleich und alle erwünscht!". Wenn ich dann aber den Eintrittspreis auf 500EUR festlege und das Bier für 50EUR verkaufe schaffe ich dennoch eine Diskriminierung.

Ach ja stimmt, das Bild hinkt. In der Realität steckt man denen, die es rein schaffen, auch noch Geld zu...

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All dies hat nichts mit "liberalen", also freiheitlichen Denken zu tun. Es ist tief in der Logik der Altkonservativen verankert.

Denkt bitte in Zukunft auch darüber nach, dass der Staat - der sich bei Managern und Unternehmen überall raus halten und diesen auch noch Schutzgelder zahlen soll - dieser Staat hat es überhaupt möglich gemacht, dass es diese Strukturen überhaupt gibt. Kein LKW-Transport ohne Straße, keine Arbeitnehmer ohne Gesundheitssystem, und keinen Frieden ohne Diplomaten.

Wenn also dieser Sozialstaat noch weiter demontiert werden soll, zerstört ihr das Fundament auf dem die Fabriken stehen. Und wenn man Faschisten zu lange hofiert, wird man irgendwann die Entscheidung treffen müssen: "Werde ich Täter oder Opfer".