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2021, ein Brief an dich

Vor ein paar Tagen, "zwischen den Jahren", stand ich vor unserem Büro, rauchte und dachte nach wie doof 2021 eigentlich so war. Dabei schweifte mein Blick über den Brühl und ich sah, hörte und fühlte die Stimmung um mich herum. Kinder spielten und lachten, dahinter kleine Vierer-Grüppchen von je zwei Eltern. Sie redeten und lachten, die ein oder anderen schimpften, manche alberten mit den Kids herum.

Dabei fiel mir auf: 2021, so schlimm warst du gar nicht. Darum kam mir der Gedanke, ich schreibe dir einen Brief.

Also.

2021, viel wurde auf dich geschimpft. Du wurdest verunglimpft und manchmal sogar als schlechte Kopie von 2020 bezeichnet. Doch eigentlich hast du das gar nicht verdient.

Wenn ich zurückblicke an die Zeit miteinander, hast du mir doch viel gezeigt und mir viel beigebracht. Du hast viel verändert; zugegeben unerwartet; jedoch vieles zum Guten, gerade das, was man so schnell übersieht.

So hast du mir gezeigt, welche Menschen mir wirklich wichtig sind und dass die Entscheidungen die ich traf die Richtigen für mich waren. Du hast mir Menschen gezeigt, die einfach gern so nett sind wie sie sind. Aber auch Menschen, die in dem ganzen Nebel der Grabenkämpfe der letzten Jahre noch stehen und versuchen klar zu sehen und unvoreingenommen zu denken. Ich konnte auch sehen, wie überall Nachbarn sich wieder besser kennenlernten, sich gegenseitig halfen oder einfach öfter stehen blieben um kurz miteinander zu reden.

Du hast mich wieder darauf gestoßen Kunst im Alltag zu erkennen und zu genießen, abseits von großen Events darum. Allein für mich oder mit einer oder zwei lieben Menschen mit im Raum. Und dabei auch neue Räume zu erschließen, zu entdecken wie und wo schöngeistiges stattfinden kann. So sehr ich die Festivals im Sommer vermisse, um so mehr habe ich wieder gelernt das alles bewusst zu genießen und mir für eine Sache nach der anderen Zeit zu nehmen.

Wir haben von dir gelernt, dass man immer vorran kommt, wenn man nur ab und an ein bisschen Mut aufbringt und auch mal spontan die Route abändert. Ein Mut der oft in ruhigeren Zeiten fehlt, da der ausgetretene Pfad so sicher aussah. Die Wege vor denen wir mit dir Standen waren alle neu und brauchten alle den Mut Dinge anders anzugehen. Aber am Ende führten sie alle nach vorn und wir fanden raus, dass wir gar nicht alle den gleichen Weg gehen müssen.

Alles in allem, warst du gar nicht übel 2021. Du hast die kleinen Dinge wieder wichtiger gemacht. Den Kilometerweiten aber unscharfen Rundumblick wieder mehr auf die nähere Umgebung fokussiert. Vielleicht war es auch etwas, was wir brauchten.

Mach's gut.